Es verwaltet, oder: Das Besorgen des Passierscheins A 38 aus der Präfektur.
Nachdem ich mir über seltsame Dozenten, "Bibilotheks-Bin-Ladens" und die miese Ausstattung der Universität in Mainz so meine Gedanken gemacht habe, möchte ich die Post-Serie mit der Verwaltung abschließen.
Verwaltung ist ja eine ganz tolle Sache und in Rheinland-Pfalz wird im Zuge der Kommunal- und Verwaltungsreform im Augenblick fleißig über das Thema diskutiert. Wie viel Verwaltung gebraucht wird, wie modern und wie bürgernah eine Verwaltung sein soll stehen bei der Debatte im Mittelpunkt. Wenn ich die Diskussion aus der Kommunal- und Verwaltungsreform betrachte und mit ählichen Maßstäben die Uni-Verwaltung messe, dann bin ich wirklich bestürzt.
Erstes Beispiel war der Ausfall sämtlicher Kopierer in einem Bibiliotheksgebäude wegen Sanierungsarbeiten. Sicherlich sind Bauarbeiten bei laufendem Betrieb sowohl für Studenten, als auch für die Handwerker mit Einschränkungen verbunden. Doch bei einer Uni mit über 30.000 Studierenden sollte man doch in der Lage sein bei einem Komplettausfall der Kopierer wegen Bauarbeiten zumindest an einer Stelle einen Notbetrieb einzurichten.
Zweites Beispiel sind Sprechstundenzeiten und Öffnungszeiten von Sekretariaten und sonstigen Ansprechstellen. Sehr oft haben die Bürotüren der Uni nur 2 Stunden am Tag oder 2 Stunden in der Woche geöffnet. Von uns Studenten erwartet man flexibel, moderen ausgestattet und zu jeder Zeit lernbereit und lernwillig zu sein. Doch der Service in vielen Bereichen der Uni lässt sehr zu wünschen übrig. Wie oft lag ein Seminar parallel zu einer Sprechstunde, die man unbedingt besuchen musste? Wie oft stand man vor verschlossenen Türen, weil man nach dem Seminar noch zur Sprechstunde gehetzt ist? Warum ist ein Institut oder ein Fachbereich nicht in der Lage die Idee eines einheitlichen Ansprechpartners umzusetzen? Ein Sekretariat mit langen Öffnungszeiten und wirklicher Problemlösungskompetenz. Dann würde es auch nicht passieren, dass man sich an einer Stelle einen Stempel holen muss und an einer anderen Stelle die dazugehörige Unterschrift. Ich schätze mal die Sekretärinnen und Sekretäre an der Uni sind durchaus in der Lage zu prüfen, ob Zulassungsvoraussetzungen erfüllt, sprich ob alle erforderlichen Seminare besucht wurden, oder eben nicht.
Insgesamt muss ich also feststellen, dass es an meiner Uni noch sehr viel Optimierungsmöglichkeiten gibt. Damit habe ich es mal positiv ausgedrückt! Ich wünsche den Generationen an Stunden nach mir, dass sie ihnen so manche Odyssee an der Uni erspart bleibt und sie nicht durch administrative Akte oder urlaubende Professoren Zeit bis zum Abschluss verlieren. Letztlich brauchen unsere Unis mehr Geld für eine professionelle Ausstattung und Unterbringung, mehr Geld für qualifiziertes und serviceorientiertes Personal, das sich als Dienstleister versteht und eine effektive und studentennahe Uni-Verwaltung, die schnell und effektiv administrative Anliegen abarbeitet.
Freitag, 20. November 2009
Fast 5 Jahre sind genug! - Es verwaltet, oder: Das Besorgen des Passierscheins A 38 aus der Präfektur.
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